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Kurz vor der Übergabe der Bauherrenschaft des zukünftigen Berliner Humboldtforums an die "Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum" – am 1. November - stellte der scheidende Vorstand des Stiftungsrats und Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup den aktuellen Planungsstand der Presse vor. Zusammen mit den Nutzern, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Landesbibliothek Berlin und der Humboldt-Universität, habe man den Wettbewerbsentwurf von Franco Stella optimiert und zu einem guten vorläufigen Ergebnis gebracht. Die Säulenhallen sind entfernt, die Ausstellungskuben der Agora in die Ecken verrückt, so dass sie besseren Anschluss an die Ausstellungsflächen haben, die Raumnutzungen sind verteilt. Die Frage der Kuppel ist ungeklärt. Die Kosten werden sich (ohne Kuppel) auf 481 Millionen Euro belaufen. Davon trägt der Bund 368, das Land Berlin 32 Millionen. 80 Millionen Euro für die Rekonstruktion der Fassaden sollen durch private Spenden erbracht werden. Die Rekonstruktion der historischen Kuppel würde zusätzliche 15 Millonen kosten, die der inneren Portale 40 Millionen und die der Treppenhäuser 35 Millionen Euro zusätzlich. Baubeginn kann der Herbst 2010 oder besser Frühjahr 2011 sein. Die Bauzeit wird, mit Rücksicht auf die Rekonstruktion der Fassaden und mögliche Materiallieferungsengpässe in den Steinbrüchen, mindestens sechs Jahre dauern. Die neuen archäologischen Funde des historischen Schlosskellers sollen teilweise erhalten und sogar begehbar gemacht werden. Ein Teil muss allerdings der geplanten Trasse der U5 weichen. Alle offiziellen Informationen zum Planungsstand finden sich unter www.bmvbs.de (sij)

Fragen und Antworten beim Pressetermin:

Frage: Wieviel Franco Stella ist jetzt noch im Entwurf übrig?
Antwort: Stella ist bei jeder Sitzung anwesend. Es ist sein Projekt. Er führt die Feder.

Frage: Warum wurde das Belvedere mit Sicht auf das Marx-Engels-Forum und den Alexanderplatz geschlossen? In den Grundrissen des ersten und zweiten Obergeschosses gibt es keine Türen.
Antwort: Es wurde nicht geschlossen. Das ist nur ein vorläufiger Plan.

Frage: Am 12. Dezember wird das Oberlandesgericht in Düsseldorf das Prüfungsverfahren der Vergabekammer über die Rechtmäßigkeit der Beauftragung Franco Stellas verhandeln. Ein Urteil wird erst im März 2010 erwartet. Warum wird weitergeplant, obwohl der Vertrag nicht rechtsgültig ist?
Antwort: Der Vertrag behält seine Gültigkeit für das Ministerium, bis es ein gegenteiliges Urteil gibt.

Frage: Was passiert, wenn das Urteil zum Ende dieses Projekts führt? Gibt es einen Plan B? Wurde über Schadensersatzforderungen bei einem Ausfall nachgedacht? Hat Stella seinen Entwurf rechtlich geschützt?
Antwort: -

Frage: Wer trägt die laufenden und die Folgekosten des späteren Betriebs?
Antwort: Die Kosten tragen die Nutzer der jeweiligen Gebäudeteile. Für die öffentlich und dauerhaft zugänglichen Bereiche müssen wir erst noch eine Lösung finden.

(Zusammenstellung: Silke Johannes)


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