SCHNELLSUCHE
|
 |
|
|
 |
da-Buchshop |
|
 |
Partner |

 

|
 |
 |
|
 |
 |
 |
Hotspots | Berlin: 83 Jahre sind weniger als ein Tag
1926 startete im Berliner Untergrund das Kronos-Projekt, ein heute weitgehend in Vergessenheit geratener Großversuch zur Beeinflussung der Realzeit. Ein mit acht Versuchspersonen besetzter, umgebauter U-Bahnwagen, die sogenannte Entschleunigungsbahn Steglitz, bewegt sich seitdem sinuskurvenförmig mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 10,4 Millimetern pro Tag unter der Erde. Ausgehend von einer Position nördlich der U-Bahnstation Rathaus Steglitz ist das Kronos-Gerät in 83 Jahren bis heute 317 Meter vorangekommen. Für die Versuchspersonen vergingen dabei etwas weniger als sieben Stunden. Nachdem Mitte November am Innsbrucker Platz der Versuch unternommen wurde, das Kronos-Gerät filmisch zu rekonstruieren und einen akustischen Kontakt zu den Probanden herzustellen, ist nun bis zum 7. Februar auf dem Bahnsteig der U2 am Potsdamer Platz neben einer umfänglichen Dokumentation ein Modell des Kronos-Geräts im Maßstab 1:10 zu sehen (www.kronos-projekt.de).
Die Ausstellung des Dresdner Künstlers Roland Boden ist Teil des Projekts „U10 - von hier aus ins Imaginäre und wieder zurück“ der NGBK Berlin, das Sofia Bempeza, Ania Corcilius, Jacopo Gallico, Eva Hertzsch und Adam Page initiiert haben. Rückfragen an die AG U10 unter 0173-2009608, info@U10-berlin.de oder office@ngbk.de.
(ade)
Abb. 1: Kronos-Gerät unmittelbar vor Inbetriebnahme, man beachte die geöffnete Einstiegsluke, einzige bekannte Fotografie des Kronos-Gerätes vor Beginn des Großversuchs mit beteiligten Wissenschaftlern, links außen Dr. Ernst Koepplbleek, Berlin-Steglitz, wohl Mitte April 1926
Abb. 2: Seitenansicht des umgebauten AI-Wagens, Entschleunigungsbahn Steglitz, Thermokopie des Originalplans, um 1925
Abb. 3: Kupplungsstutzen zur Harmonisierung der Induktionsfrequenzen (Reduzierung von rückkopplungsbedingten halbsinusversetzten Amplitudenspitzen), eingesetzt im Rahmen der Sekundärenergieversorgung des Kronos-Gerätes, Aufnahme 20er Jahre, Hersteller Gesellschaft für drahtlose Telegrafie m.b.H. Telefunken
Abb. 4: 3-Phasen-Radium-Isotopen-Batterie mit horizontalem Alpha-Strahlungsschutz, deutlich erkennbar die seitlich angeordneten Radon-Absorbatoren, vermutlich 6 bis 8 baugleiche Geräte wurden zur Primärenergieversorgung im Kronos-Gerät eingesetzt
Abb. 5: Schnapsflasche (leer) "Original Wilmersdorfer Kümmel 42%". Spirituosen dieser Art wurden aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Probanden im Kronos-Gerät mitgeführt.
Alle Abb.: Privatarchiv Dr. Ernst Koepplbleek |
 |
 |
Seite drucken | Seite empfehlen | zum Seitenanfang |
|