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Deutsches Architektur Zentrum



Nicolaische Verlagsbuchhandlung Berlin
Heft 8 / 2002
Stadt | Landschaft | Stadt
Leitartikel über UIA Berlin 2002


inhalt


Stadt | Landschaft | Stadt
Sophie Wolfrum

Sophie Wolfrum stellt fest, dass Landschaft ihre Strukturmerkmale der Zugänglichkeit, Unverwechselbarkeit und Offenheit in die heutigen Städte einbringen und so zum Element von Urbanität werden kann. Landschaften, Freiräume und offene Räume stehen im Zentrum der Strategien im Umgang mit den Praxisfeldern „StadtLandschaft/Zwischenstadt“, „Städtebau“ und „Schrumpfende Städte“. Dabei wird Landschaft zu architektonisch gestaltetem Raum.

Die neue Landschaft
Bart Lootsma

Nach Bart Lootsma reichen die klassischen Disziplinen der Architektur und Urbanistik nicht mehr aus, um die Stadtlandschaft und das Verhalten ihrer Bewohner zu begreifen, zu planen und zu lenken. Vielmehr spielt für das Verständnis der heutigen Stadtlandschaft das Aufkommen neuer Gemeinschaften eine wichtige Rolle. Ein entscheidendes Element des öffentlichen Raums sind die neuen Medien. Denn diese zeigen uns, wo wir stehen, wohin wir gehen und wecken Verlangen.

Urbanität ist ein Landschaftselement
Marieke Timmermans und Pepijn Godefroy

Für die Autoren dient regionale Identität als Entwicklungsrichtlinie. Sie erläutern am Beispiel der Landschaft der Banddörfer um Aalsmeer und der Vorzeigearchitektur von Vechtplassen ihre Auffassung, daß Urbanisierung, nicht aber Bauen Landschaft zerstört. Denn die Landschaft verfüge über eine Vielfalt, die etwa von den oberflächlich gestalteten Landschaften der (sub)urbanen Felder nie erreicht wird. Aufgrund des Bedarfs an „Leben auf dem Lande“ sei es also nur konsequent, die Bebauung der Landschaft zu betreiben.

Landschaftsakzeptanz
Joost Meuwissen

J. Meuwissen setzt sich mit der Landschaftsakzeptanz in Holland und Österreich auseinander. Zwischen beiden Ländern bestünde kein grundsätzlicher natürlicher Unterschied. Vielmehr unterscheide sich der historische Umgang damit.

Borneo Sporenburg
Adriaan Geuze

Der Masterplan von West 8 für Borneo Sporenburg bildet die dritte Stufe der Entwicklung des östlichen Amsterdamer Hafengebiets. Dabei konstituierte das Paradox suburbaner Häuser in einem urbanen Kontext die Notwendigkeit einer neuen Wohnungstypologie. West 8 hielt sich eng an das Wettbewerbskriterium flachverdichteter Besiedlung. Dabei wurde das allgegenwärtige Wasser als landschaftliches Element betrachtet, das eine noch größere Verdichtung erlaubte.

Der Regionalpark RheinMain
Friedhelm Blume

Der 1995 gegründeten Regionalpark RheinMain, an dem mittlerweile mehr als 30 Kommunen beteiligt sind, betrachtet die verbliebenen Restflächen als gegenüber dem städtischen Raum gleichberechtigten Kulturraum. Projektziele des Regionalparks sind: die Sicherung der zwischen den Siedlungen noch vorhandenen Freiflächen; die Entwicklung eines Netzwerks von Wegen und Anlagen für Spaziergänger und Radler; die Schaffung von Ausgleichsflächen für die Eingriffe durch Straßen, Bahntrassen oder Baugebiete, sowie der Schutz und die Bewahrung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Der Erfolg des Konzepts basiert – so F. Blume – auf der konkreten Verbesserung des Wohnumfelds und der direkten Erlebbarkeit des Projekts.

Scharnhauser Park
Sophie Wolfrum und Alban Janson

Die Autoren stellen ihr Projekt des Scharnhauser Parks vor. Die städtebauliche Raumbildung dieses seit 1992 auf der Konversionsfläche eines ehemaligen Militärgeländes neu entstehenden Stadtteils von Ostfildern folgt weniger urbanistischen Maßgaben als vielmehr der Gestalt der hügeligen Felderlandschaft südöstlich von Stuttgart. Dabei kontrastiert der Stadtteil als kompakter Körper einerseits zur Weite der Landschaft, während andererseits die Landschaft auch im Inneren präsent ist.

Städtische Landschaften
Jochem Schneider

Jochem Schneider stellt die im vergangenen Jahr von der Stadt Stuttgart in Auftrag gegebene Studie „Plätze, Parks und Panoramen“ (PPP) vor. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, daß es weder in der Verwaltung noch bei den verschiedenen städtischen Akteuren an Projekten und Ideen mangelt. Vielmehr fehle es an einer Vernetzung und Koordination der Ansätze. Aus diesen Erkenntnissen heraus wurden zu den Themenkomplexen „Plätze und Stadträume“, „Verkehr und Infrastruktur“, „Landschaft und Topographie“ sowie zum „Ideenmanagement“ vier Leitthemen und für laufende Planungen entsprechende Einstiegsszenarien entwickelt. Zunächst liegt der Schwerpunkt auf der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung eines langfristigen Programms.

Offene Räume
Ulrich Pantle

Die aus 19 Städten und Gemeinden bestehende „KulturRegion Stuttgart“ realisiert seit 1991 in unterschiedlichen Bereichen gemeinsame Projekte. 2000/2001 ging es unter dem Titel „Offene Räume – Leere/Limit/Landschaft“ um städtebauliche Problemzonen. Aufgelassene Kasernenareale, Bahnhofsvorplätze oder vernachlässigte Restflächen an Siedlungsrändern sollten auf ihre Potentiale befragt werden. Ein Projekt war die spielerische Aktion „Nigihaven na der Zen“ (Anagramm zu Vaihingen an der Enz), die mit einigen markanten Eingriffen – wie etwa der temporären Umfunktionierung des Marktpaltzes in einen Spielplatz und Ort der Erholung – die Bewohner, Vereine und Interessengruppen der Stadt aufforderte, sich vorzustellen, sie seien an einem anderem Ort. Dabei veränderte sich für die Bewohner die Wahrnehmung ihrer Stadt nachhaltig.

Stadt retour?
Klaus Overmeyer

Klaus Overmeyer stellt vor dem Hintergrund der neu entstehenden Patchwork-Städte und dem Phänomen der schrumpfenden Städte die Ziele der Internationalen Bauausstellung STADTUNMBAU Sachsen-Anhalt 2010 vor. Bis 2010 sollen in Sachsen-Anhalt 15 bis 20 Projekte des experimentellen Stadtumbaus realisiert werden, die für die Transformation von Städtebau und Stadtgestaltung neue Orientierungs- und Handlungssysteme liefern. Ziele sind die qualtitätvolle Stadt geringer Dichte und ein „weicher Urbanismus“ sowie die Schaffung städtebaulicher und nutzungsstruktureller Profile. Da sich entleerte Städte künftig stark über extensive Landschaftsräume definieren werden, sieht man die Chance in neuen Typen städtischer Freiräume liegen, bei denen Privatpersonen und Bewohner die Stadt aktiv mitgestalten.

Urbane Freiräume in der schrumpfenden Stadt
Undine Giseke

Undine Giseke berichtet über ein kooperatives Gutachterverfahren für den Leipziger Osten, wo die „schrumpfende Stadt“ einen neuen, von der Überlagerung von Stadt und Freiraum geprägten Stadttypus erzeugen wird. Auf diese neue Situation im Leipziger Osten konnte nur mit einer Kombination von Strategien reagiert werden, die sich einerseits gegenüber den Schrumpfungs- und Wachstumsprozessen flexibel verhalten und andererseits nur mit wenigen Gestaltregeln belegt sind. Da die Löcher der schrumpfenden Stadt mit baulichen Nutzungen allein nicht zu stopfen sind, setzt sich das Umbaukonzept für den Leipziger Osten vor allem mit der Frage auseinander, wie klassische Elemente der Landschaft – ein Hirschgehege, ein Magnetfelder oder ein Wald – als Beitrag zu einer städtischer Kultur der Leere neu interpretiert werden können.

Neuland unterm Pflug
Iris Reuther

Für die Auseinandersetzung um die angemessenen Mittel bei der Entwicklung und Gestaltung der öffentlichen und offenen Räume der perforierten Stadt empfiehlt Iris Reuther, von festen Größen abzusehen. Besser sei es, mit dem Vorgefundenen, den Anwesenden und der verfügbaren Zeit zu arbeiten und selbst Erfahrungen zu sammeln. An drei Werkstattbeispielen erläutert die Autorin, wie man zu einer anderen konzeptionellen Arbeitsweise und Planungsstrategie für die perforierte Stadt gelangen kann.

Planung und Ausführung: Energieeffizienz in Architektenhand
Manfred Hegger, Matthias Fuchs, Andrea Georgi-Thomas, Patrick Steiner

Das Fachgebiet für Entwerfen und energieeffizientes Bauen des Fachbereichs Architektur an der Technischen Universität Darmstadt stellt Softwares zur neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, die sich besonders für die Arbeit von Architekten eignen.
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